Merkur
Merkur

2.1.2019

Wir hatten einen sehr wichtigen Tag heute, das Programm dafür von Ice und mir zusammengestellt. Unterstützt wurden wir dabei von Lina und ihrem Frauchen und das war gut so. Wir liefen unsere ganze Reviergrenze ab und das sind doch einige hundert Kilometer... Aber so, in mehrere Gruppen aufgeteilt bewältigten wir das Pensum in einem Tag. Morgens zog ich schon mit Frauchen los, kontrollierte im Osten Zäune, Grenzsteine und Baumbestände.

Die Grenze wurde neu ausgesteckt und, zum mindesten von mir, alle 100m deutlich markiert. Frauchen liess mich bei dieser, doch recht wichtigen, Angelegenheit zwar leider etwas im Stich. Aber dafür lobte sie mich eins übers andere mal, und das ist schliesslich auch was Sinnvolles. Sie hat dann auch noch meine Pfoten-Spur festgehalten, weil ja heut zu tage alles dokumentiert und unterschrieben sein muss, damit es rechtskräftig ist.

Zurück von dem Kontrollgang, konnten wir ein sehr positives Fazit ziehen: Im Osten nichts Neues!

Ich habe meine Spuren hinterlassen, im ersten Schnee des neuen Jahres.
Ich habe meine Spuren hinterlassen, im ersten Schnee des neuen Jahres.
Foto C. Leuppi
Foto C. Leuppi

Bilder-Galerie  (Reihenfolge vertikal)

 

Nachmittags, als die Delegation aus Basel eingetroffen war, zogen Gruppe Zwei und Drei los. Die eine übernahm das Gebiet Nord-Nordwest, die andere Süd-Südost. Kurzzeitig gab es ein wenig Schneefall, was uns aber die Arbeit nicht wirklich erschwerte. Auch hier mussten einige Marker aufgefrischt, Wege verbreitert und ersichtlich gescharrt, und  durch gezielte Wälzungen Duftnoten ausgebessert oder überdeckt werden.

Zu Reparieren gab es aber insgesamt wenig und dem zu Folge können wir davon ausgehen, dass unser Rudel das Revier weiterhin bewohnen und bewirtschaften kann. Die Grenzen sind für alle erschnüffelbar markiert und werden, bis jetzt, auch akzeptiert.

Abends trafen wir uns dann alle wieder im Heimeli zum Rapport, werteten die verschiedenen Daten aus und definierten die Jahresziele 2019. Ich muss sagen, wir waren uns alle einig, einen aufwändigen, aber wichtigen Tag hinter uns zu haben. Und wie es so üblich ist, sassen wir dann alle noch zusammen und vertilgten gemeinsam ein herrliches Stew. -

Es dunkelte schon mächtig ein, als dann später ein jeder wieder seines Weges ging...

 

 

 

Yukon
Yukon

15.1.2019

Wir waren bei Nele und Ajak, mannomann ging da die Post ab, die Huskypost. Und wisst ihr was? Die beiden gehören jetzt auch zu der Huskypost, wir haben sie einfach integriert! Sie haben uns ihren Garten geschenkt, ihr Haus, ihr Herz, sie haben uns in ihr Rudel aufgenommen. Sie werden uns nie verlassen, sie sind wahre Freunde!

 

                                      Wir sind Freunde für`s Leben!

Yukon und Nele
Yukon und Nele
Rainey und Ajak
Rainey und Ajak

Blizzard und Felix
Blizzard und Felix

Eine ganz tolle Wanderung hat Nele für uns organisiert. Höchst persönlich hat sie ihrem Frauchen`s Sohn geheult, ob er gerne mit seinen drei Welpen mitmachen wolle. Und ob die wollten, noch so gerne!

Drei wunderhübsche, junge Welpenmädel kamen also zu uns und Nele und Ice, die Chefinnen teilten dann das Rudel für die Wanderung ein. Ein jeder von uns bekam den Menschen an die Leine, der zu ihm passte, und den er zu beschützen und zu ziehen vermochte. - War gar nicht so einfach, aber unsere beiden Chefs haben das gemeinsam gut hingekriegt, wie es sich halt für Freunde gehört.

Den kleinsten Welpen, die schelmische Sina nahm sich Nele selbst zur Brust, Ice fand, sie spüre eine innere Verbundenheit zu Julia, und Ajak erkor sich Jährling Lara als Begleitung. Ihrem Herrchen teilten wir Blizzi zu und meine Wenigkeit. Allerdings brauchte er für uns all seine Muskeln und das nicht wenig. Aber eigentlich haben wir ihm nur zeigen wollen, wie ein echter Husky zieht. -

Und dann ging`s los, durch den herrlichen Schnee, den Nele für uns bestellt hat, (die süsse Maus hat an alles gedacht). Unsere neunköpfige Bande, mit ihren sieben Menschen. Herrlich wars, zu rennen, einander zu jagen, zu graben und sich Schnee auf die Schnauze zu laden...

Auch bei einem zugefrorenen See kamen wir vorbei, aber Nele entschied, das Eis sei zu dünn, sie kennt sich hier ja schliesslich aus. So durften wir leider, leider nicht drauf, sie sagt, wir wären eingebrochen. Pah, das wäre ja nicht das erste Mal und ich kann ja schliesslich schwimmen! Aaach, wie hat es mich in den Pfoten gejuckt, ich konnte mich fast nicht zurückhalten. Aber Nele zu liebe habe ich dann auch auf den allerkleinsten Test verzichtet.

 

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Abends verteilten uns die Mädel unseren herrlich duftenden Fleischtopf, bevor sie dann alle zusammen in die grosse Hausbox gingen, um ihren eigenen zu fressen. Ein wundervoller Tag war es, mit allem was wir lieben: Liebe Freunde, Schnee, ein voller Napf und ein gemütliches Bett.


Viele herrliche Stunden haben wir mit Rudelpflege verbracht, gekuschelt, einander durch den Garten gejagt, geschnüffelt, gerangelt und Positionen getestet oder definiert, je nach dem.

Blizzi besuchte seinen alten Freund, den "kleinen Weissen" immer wieder mal, (den er ja zum Fressen gern hat), aber auch dieses Mal gelang es ihm nicht ihn von Fell zu Fell zu beschnuppern, es seien ihm immer so grüne, starke Eisengitter im Weg gewesen, mault er frustriert.

Etwas ganz besonders Schönes ist "Nele`s Trapperhüttli". Ihre Menschen haben das extra für uns aufgestellt, und Herrchen hat gleich noch einen wunderschönen Tisch und eine bequeme Bank gebaut und hinein gestellt. Das sei sein Weihnachtsgeschenk für uns alle. Wauh, da hat er sich aber mächtig am Schlitten gezogen, ähm nein halt, jetzt habe ich was verwechselt, am Riemen gerissen, meine ich. Extra für uns alle so was Tolles gebaut --- danke, danke Kumpel-Felix, du bist ein echter Freund!!!

Dieses Trapper-Hüttli haben wir denn auch gebührend bewundert, getestet - und Blizzi, wen wundert`s, hat auch sogleich ein Brett entdeckt, das seiner Kraft nicht stand hielt. Und da meinte der Lappi, jetzt, jetzt könne er zum "kleinen Weissen". Der Speichel tropfte ihm schon aus der Schnauze... - Aber da hat er die Rechnung ohne den Hausmeister gemacht. Kurzerhand schraubte dieser das Brett fest. Aus die Maus... Tisch und Bank testeten wir natürlich auch, aber daran war nun echt nichts locker. Wir sassen zu fünft drauf, das Gemöbel hielt stand! Und damit es auch richtig eingeweiht war, setzte jeder von uns seinen Pfotenabdruck drauf. Gemarkert hatten die Bengels im unteren Bereich ja längst.

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Viel zu schnell waren diese Urlaubstage vorbei und wir mussten wieder heimwärts. Aber sie bleiben in unvergesslichen Erinnerung...

 

 

 

16.1.2019

Wir gedenken unserer allerliebsten Mädels Skeena und Borea, denen wir heute vor einem Jahr über die Regenbogenbrücke geholfen haben. Ganz kurz durften wir einen Blick auf die andere Seite werfen und sahen dort ein wundervolles Rudel stehen;

Zeus, Snow, Highlander, Chenook, Wrangler, Polar, Balto, Chasual, Timber, Ajuscha, Kivani, Nanook, Bakayan und  Ninka.

Sie alle  warteten auf Borea und Skeena, um sie mit ihrer grenzenlosen Liebe aufzunehmen. So sind sie alle wieder vereint in ewiger Freundschaft und Harmonie und werden nie mehr auseinander gehen. Und das macht uns froh!

Skeena
Skeena
Borea
Borea

Ice
Ice

25.1.2019

Weil der Schnee einfach nicht zu uns kommen wollte, packten wir denn unsere sieben Schlitten zu- ähm, unsere sieben Sachen, zusammen und fuhren zu ihm. Schaut, schaut was wir vorfanden: Wir wurden nicht enttäuscht!

Urnerboden; Trail für die Auto`s.
Urnerboden; Trail für die Auto`s.

Schon letztes Jahr versuchten wir einem 9 Jährigen Jungen ein Huskyerlebnis zum Geburtstag zu schenken, aber es klappte einfach nicht. Aber heute, heute passte dann alles: Wir, das Wetter und die Menschen. Eine kleine Bange allerdings hatte ich: Ob unser alter Kumpel Merkur mit seinen bald 14,5 Jahren es noch stemmen würde, uns durch Eis und Schnee zu ziehen und sicher ans Ziel zu bringen.

 

Aach, diese Besorgnis war umsonst, er schaffte es, und wie!!! Aber nun der Reihe nach.

Slieder (Fotos 1-3 Huskypost, Fotos 4-6 Th. Sodaro, bearbeitet durch Huskypost, Foto 7 A. Eberle)

 

Als der Junge kam, war zuerst grosse Begrüssung angesagt, kennenlernen und erschnüffeln. Das hat gedauert, bis wir alle durch waren. Zwischendurch beschäftigte Joel sich mit dem Schnee, so ähnlich wie ich es jeweils auch tue, sich, auf dem Rücken liegend, in dem herrlich kühlen Pulver kugeln. Aber schaut nur, was der gekonnt hat, dieser Schneeengel! Wunderschön, das ist mir trotz allem Üben noch nie gelungen, bravo Joel!

Dann gings aber zur Sache, anderes Üben war angesagt: Wie stellt man sich auf einen Schlitten, in welche Richtung schaut man, wo festhalten, nur fest halten oder besser doch anbinden, was für Bremsen haben wir, wo ist der Airbag, wie funktioniert Kurvenfahren richtig, wozu dient die Notleine, usw usw. Aber wir hatten dann mit dem armen Joel ein Einsehen und erzählten nichts mehr weiter, Frauchen würde ja steuern.

Während Frauchen uns einspannte und Herrchen im Lead mit angestellt war, stand Joel mit seinen ganzen zehn Jahren fest auf beiden Beinen auf der Krallenbremse, damit es uns listigerweise nicht plötzlich gelingen konnte, ohne ihn loszufahren.

Und dann hörten wir das bekannte Wort und preschten los. - Von null auf hundert in einer Sekunde, sagen dem ja die Menschen. Frauchen hatte hinten ganz schön was zu tun, uns an den Abhängen und in den Kurven hinterher zu fliegen, ohne dasselbe vom Schlitten zu tun. Aber die Beiden hatten erstaunliche Kuvenhaftung, und so kamen wir alle gleichzeitig und glücklich über die tolle Fahrt ins Ziel.

Ein tolles Schneefondue zum Mittagessen...
Ein tolles Schneefondue zum Mittagessen...
ein Verdauungsschläfchen, in der von Joel eigens gebauten Schneehöhle...
ein Verdauungsschläfchen, in der von Joel eigens gebauten Schneehöhle...
ein interessanter Spazi mit den Kumpels, die nicht am Schlitten waren.
ein interessanter Spazi mit den Kumpels, die nicht am Schlitten waren.

So ging das Programm weiter, das wir für Joel zusammengestellt hatten. Zwischendurch kam er immer mal wieder bei einem von uns vorbei um, uns zu kraulen. Und wie den Menschen ihren Käsetopf, assen wir dann etwas später auch unseren Fleischtopf. Allerdings nicht alle rundum aus Demselbigen, ich glaube fast behaupten zu dürfen, das hätte ein kleineres Gedränge gegeben, weil sich in meinem Rudel nicht alle so gepflegt benehmen können wie in Frauchens Rudel. (Manch einer hier hätte sich dabei sogar von dem jungen Joel eine Scheibe abschneiden können.)

Zum Spazi teilte ich dann dem Joel unseren Zwerg zu, nicht etwa weil sie sich am anständigsten benehmen kann, sondern darum, weil sie nicht zieht, wie unsereins das tut. Sie ist ja so eine neugierige Maus, die hundertmal quer über den Weg rennt, in den Wald will, in den Bach... Und Joel vermochte sie dann trotzdem genug zurückzuhalten. So wurde auch dieser Spazi eine erfolgreiche Unternehmung.

Dann aber wurde es Zeit für Joel und seine Menschen, nach Hause zu fahren. Sie hatten noch einen weiten Weg vor sich, und niemand mehr vorneweg der sie zog. So sagten wir uns alle tschüss, verteilten Schlabber und Schmützi und bedankten uns für den lieben Besuch und den tollen Tag.

 

 

 

Merkur
Merkur

29.1.2019

Hallo liebe Freunde, da bin ich wieder, zusammen mit meinem Herrchen. Sind wir nicht ein hübsches Duo?

Ich habe gelesen, was meine Ice im letzten Eintrag über mich geschrieben hat, und finde sie hat wohl ein bisschen dick aufgetragen, weil sie mich liebt. Ich muss jedoch das eine oder andere etwas relativieren. Was ich allerdings nicht relativieren muss, ist mein Kommentar zum Foto von mir und Herrchen. Ich finde es wunderschön, und genau so wunderschön finde ich auch, dass ich ihn noch habe und wir immer wieder zusammen sein können. Wenn das noch auf unser beider heiss geliebtem Urnerboden ist, ist das Glück perfekt!

Der Urnerboden, mein Herrchen und ich.
Der Urnerboden, mein Herrchen und ich.

Nun zum Schlittenziehen: Ich bin ja ein alter Hase, ähm nein, ein alter Fuchs -?- auch falsch, wauwauwau, also ein alter Husky natürlich, vor dem Schlitten, genaugenommen 14 Jahre und 4 Mt. Stolzes Alter, sagen die Menschen, aber ich bin nicht auf mein Alter stolz, sondern echt auf das was ich in meinem Leben gemeistert habe, mit meinem Herrchen zusammen. Auf diese abertausenden von Kilometern, die ich ihn, mit meinen damaligen Kumpels, durch Schnee und Eis gezogen habe, unermüdlich, im Dauerlauf, mit stets aufgestellten Ohren zu Herrchen in Verbindung.

Und weil mir dieses Leben in Pfot und Herz übergegangen ist, lässt es sich halt auch jetzt in dem hohen Alter nicht einfach abstreifen, wie ein altes, kaputtes Zuggeschirr.

So laufe ich jetzt halt immer noch wie Herrchens Örgeli, in allen Variationen aber stets rein und unbeirrt. Und danach auf einer warmen Decke zu liegen, das war Frauchens Idee. Für solche Sachen ist mein Frauchen zuständig und liegt damit genau so richtig wie ich jetzt. 


Was nun aber das Ziehen anbelangt, bin ich noch immer in vorderster Position, wie ihr seht. Aber nicht nur als Garnisons-Figur, oder wie die Menschen sagen, sondern echt, am Rennen und Ziehen, und Frauchen kann sich voll auf mich verlassen. Klar - und nun kommt das grosse Relativieren - ich höre mittlerweile wirklich ganz schlecht, und meines Erachtens alles, nicht nur das was keiner hören will. Und Frauchen muss nun ihre Kommandos wirklich fast übers Megaphon senden; wobei, ich bin ja schon ein megaschlauer Kerl, denn vor jeder Abzweigung stelle ich meine Antennen auf den besonderen Empfang ein, der nur Frauchen und mir gehört, ohne alle störenden Nebengeräusche.

Und mit dem alles übertreffenden Radar, den ich mir im laufe der Jahre angeeignet habe, finde ich auch jeden Weg wieder, den ich einmal gelaufen bin. Und obschon ich früher in die Kurve gehe als Frauchen auf dem Schlitten, leitet sich mir über die Gangline ihre kommende Gewichtsverlagerung mit, was mir auch noch hilft, den richtigen Weg zu gehen.

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Zugegeben, das Tempo ist moderater geworden, worüber aber all meine momentanen Gespann-Kumpels nur froh sind. Auch Blizzard mit seiner Malamuten-Gangart, kann nun ordentlicher mitziehen. Auch die Dauer des Trainings, bzw. die Länge der Strecke haben Frauchen und ich angepasst. So sind es meines Wissens jetzt etwa noch 2,5 km die wir gemeinsam ablaufen. Und in diesen 2,5 km ist alles enthalten, was es braucht, Abhänge und Steigungen Kurven und Abzweigungen.

Und mein Frauchen ist so furchtbar glücklich mit mir, sie hat fast geweint nach der ersten Runde dieser Saison. Sie hat mich umarmt und geknutscht, dass mir Sehen und Hören ver...?? Aha, kommt das bei mir etwa davon und gar nicht vom Alter? ---  Ich glaube zwar eher, dass das wieder mal so ein Spruch der Menschen ist, der mit der Wahrheit nichts gemein hat. Ts, ts, sei`s drum. Auf jeden Fall liebt mich mein Frauchen über alles, flüstert mir die tollsten Schmusenamen in meine Stehohren und umsorgt mich überschwänglich.

Den saftigen Fleischtopf für uns...
Den saftigen Fleischtopf für uns...
Auf der eigenen Flauschidecke,
Auf der eigenen Flauschidecke,
Grillwürstchen für die Menschen...
Grillwürstchen für die Menschen...
auf unserem Urnerbödeli,
auf unserem Urnerbödeli,
und dann nichts wie Fell-nessen...
und dann nichts wie Fell-nessen...
vom Vollmond beleuchtet.
vom Vollmond beleuchtet.

Ja, so habe ich also diese Schlittensaison gestartet. Ich kann es noch, ich schaff es noch, es macht mir noch Spass, auch in meinem hohen Alter. Nachher bin ich zwar jeweils schon auf dem Hund, wie nun dieses Mal die Menschen ganz richtig zu sagen pflegen. Aber soll mir keiner damit kommen, dass er nach solch richtiger Arbeit nicht müde ist.

Und jeweils die verklärten Augen von Frauchen zu sehen, wenn ich sie alle gut wieder an den Steak-Out zurückgeführt habe, das ist schon was. --- Den kolossal stolzen und liebevollen Blick meines Herrchens, wenn er mich dann streichelt...

 

 

 

Blizzard
Blizzard

3.2.2019

Wauhhh, der Schnee ist doch noch zu uns gekommen und endlich konnten wir damit unsern grossen Auslauf  testen. Boah, ich heul`s euch, das ist schon mächtig toll da herumrennen zu können.

Ich nehme immer schon in der Heizung Anlauf, wenn Frauchen die Tür aufmacht, und dann im Affenzahn durch den Schopf und hintenraus ins Gehege, das macht sowieso schon Spass, und jetzt mit dem Schnee erst recht. Und das Pfötchen auf dem I ist natürlich, wenn noch so herziger Besuch dabei ist wie heute: Die kleine, süsse Nenana. Aber wir waren ihr heute wohl doch ein bisschen zu wild, da versteckte sie sich in der Hütte und schaute von dort dem tollen Treiben zu. Ice hat dann ab und zu eingegriffen und hat sich quer vor den Hütteneingang gestellt, wenn einer von meinen Kumpels gar zu aufsässig sein wollte.

Und um die Bäume und Hütten rum kann man einander so richtig jagen, im Flug über einen Holzstock drüber und auf der andern Seite in die grosse Hütte rein, einmal drehen im Stroh und raus zur nächsten Runde.

Aber achtgeben muss man wie ein Schwein, dieser Abhang hat es in sich, und wenn da plötzlich einer im Weg steht - da hilft dann nur noch ein Sprung...

Herrlich Frauchen, was Herrchen und du da über den Sommer gebaut habt, ist auch im Winter so richtig huskymässig toll. Und - alles dank diesen Menschen hier, die keinen dummen Spruch (oder wie das heisst) gegen uns machten, als wir neu ins Revier zogen.

Jetzt müsste man nur noch wissen, wie machen, dass dieser Schnee bis in den Sommer hält...

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Eagle
Eagle

9.2.2019

Wir waren wieder unterwegs, Ziel: Urnerboden.

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Frauchen hat Sonne bestellt, wir Schnee, und der Pistenchef den Trail. - Und haben alles erhalten, gleichzeitig! Was will man mehr!!

Vor dem Training, als Frauchen mit den Zuggeschirren kam, fragte sie mich ganz leise, so dass es die andern nicht mitbekamen, (die müssen ja nicht wissen, dass ich wünschen darf), ob ich heute auch mitkommen möchte. Ich aber heulte es lautstark hinaus: woahhh, jaaa!!

Ich weiss liebe Menschen, ihr habt von mir gelesen, dass Frauchen mich nicht mehr einspannen sollte. Aber wegen dieser blöden Arthrose den andern immer nur zuzusehen, wie sie davonrennen, das geht mir auf den Sack, - oh sorry, auf den Geist natürlich. Also habe ich mit Frauchen zusammen "Sitz" gemacht und das Problem besprochen. Beschluss: sie fragt mich immer, und ich darf wählen. Wenn sie also mit den Gstältli kommt und ich habe Schmerzen,  mache ich den runden Rücken und schaue auf den Boden, dann weiss sie ganz genau was los ist. Aber ich weiss nicht, heuer hat es mir noch nie weh getan, wenn ich mitrannte. Frauchen gab mir ja lange Zeit so ein Grün-Lefzenmuschel-Extrakt, vielleicht hilft das? Und nach dem Training bekomme ich immer ein spezielles, braunes Gudi, ich mag das sehr. "Damit du keine Schmerzen hast, und das dann mit dem Schlitten verbindest", sagt Frauchen zu mir. Wie, was, den Schlitten soll ich verbinden?? Was zum Kuckuck soll das jetzt wieder? ---

Auf jeden Fall renne ich und ziehe, soviel ich kann und das  nicht wenig, weil Frauchen nachher immer wieder zu Herrchen sagt, dass man halt schon wahnsinnig gut merke, ob ich mit dabei sei oder nicht.

Rainey hingegen mag das Ziehen am Schlitten ja überhaupt nicht , darum macht sie mit Frauchen meistens einen Kontrollrundgang durchs Dorf, in die Schlucht hinunter und durch die Gulispur hinauf wieder zu unserem Camp. Und oft erzählt sie uns nachher ganz aufgeregt von den Dingen die sie gesehen und erlebt hat. Darum liebe ich unser Frauchen so sehr, es muss nicht einfach jeder "müssen", was der andere nein, sie schaut drauf, dass es für jeden interessant ist und individuell passt.

Heute zum Beispiel erzählt Rainey, dass es in der Schlucht affenkalt gewesen sei, (ein Affe hat allerdings sicher schnell mal kalt, aber unser Zwerg kommt halt auch aus dem Süden). Jedenfalls sei sie die halbe Zeit nur auf drei Beinen gelaufen, weil  sie an die Pfoten gefroren habe. Ich schmunzelte ein bisschen auf den Reisszähnen über unseren Zwerg, sah aber später auf Frauchens Fotos, dass es wirklich so war. Auf drei Beinen steht sie da in der Schlucht und hat sicherlich geschlottert, der Spaniöggel, wie Frauchen sie manchmal liebevoll nennt.

Wieder zurück am Steak-Out legten wir uns dann alle zusammen rings um unser Lagerfeuer und träumten vor uns hin. ---

Da, urplötzlich wurden wir geweckt von einem gewaltigen Getöse und Gerumpel. Hinten, in der Talenge, wo sich die Passtrasse aufwärtsschlängelt, ging eine riesige Lawine ins Tal. Sehr beeindruckend - der Pistenchef weiss schon, wieso er manchmal den Trail nicht bis dort hinauf zieht, er kennt die Gefahr möglicher Lawinen. Noch lange sah man den meterhohen Schneestaub verwehen...

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An einem Nachmittag sahen wir dann, wie Herrchen plötzlich neben dem Steak-Out im noch unberührten Schnee ein Rechteck stampfte. Was das wohl wieder geben soll? Abends als es schon dunkel war, nach unserer letzten Bisi-Runde, fing er dann an, in diesem Rechteck sein Bett auszubreiten. -???- 

Herrchen, weisst du was du tust??? ---

Ja, Herrchen hatte etwas ganz bestimmtes im Sinn und Yukon durfte ihm dabei helfen. Unser Herrchen geht scheins nächstens nach Kanada. Dort nimmt er an einer dreiwöchigen Schlittenexpedition teil. Diese Expedition wird ihn und seine Kumpels dort zum Teil auch über die Strecke des grossen Yukon-Quest-Rennens führen. 10-12 von Unsereins werden vor seinem Schlitten laufen, sie werden draussen übernachten, in Eis und Schnee bei minus was-weiss-ich-wieviel Grad. Und weil es hier heute Nacht sehr kalt wurde, wollte er draussen übernachten und die Ausrüstung und deren Handling testen. Und mein Kumpel Yukon, wie kann es denn anders sein, mit diesem Namen, hat ihn dabei unterstützt.

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Den Beiden sei es wirklich gut gegangen, erzählten sie am Morgen. Sie hätten warm genug gehabt, hätten sich aneinander gekuschelt, der eine habe immer etwa wieder geschaut, wie es dem andern geht.

Nur das Eine war für Herrchen etwas schwieriger als für Yukon, der einfach den Pfosten neben seinem "Bett" benutzen konnte. Aber auch das meisterten die Beiden wie echte Expetitionskumpels. Sie hatten also vollen Erfolg zu verzeichnen und das freute alle. Und da der Thermometer auch mit dabei war, sah man morgens dann natürlich die tatsächliche Temperatur: Immerhin -17°C. Nicht schlecht für den Anfang, meinte Yukon und Herrchen stimmte ihm voll zu.

Juni 2019

 

Der Hund

ist das einzige Wesen

auf Erden,

das dich mehr liebt

als sich selbst.

 

                   Josh Billings