Ice
Ice

9.3.2019

Ich habe heute Geburtstag, und ich werde 12 Jahre alt, stellt euch vor! Sie gehört ja auch schon zu den Oldie`s, habe ich Frauchen sagen hören. He Frauchen, auf dem Papier mag das ja stimmen, aber ich fühle mich gar nicht oldimässig, bitteschön!

Da kam gestern noch meine liebe Menschenfreundin, die Shirin zu mir. Oh was habe ich mich gefreut. Und sie hat mir Geschenke mitgebracht, ein wunderschönes Halsband mit Silbermuster drauf, einen Brief geschickt, herrliche Gudi`s… die allerdings von Frauchen sofort beschlagnahmt und auf den höchsten Schrank in der Küche deponiert wurden. Jaja Frauchen ist ja gut, aber sooo schlimm ist es nun doch auch wieder nicht, oder?

Seh ich nicht immer noch aus wie Zwanzig, -ähm halt, wie Sieben!?
Seh ich nicht immer noch aus wie Zwanzig, -ähm halt, wie Sieben!?

Und heute Morgen kam noch ein WhatsApp für mich, wauh ist das Mädel modern. Sie kann das auch! Sie ist ja noch ein Welpe und kann schon mit solch modernen Sachen umgehen! Aber schön für mich, dann können wir uns auch so verständigen.

Von meinem ganzen grossen Husky-Herzen sage ich dir tausend Dank, liebe Shirin. Ja, Gesundheit ist das Wichtigste, was wir alle immer brauchen können, gell.

Und nun will ich einen dieser lecker aussehenden Stängel knabbern gehen, die Shirin mitgebracht hat -

Bis bald also, eure Ice...


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von Shirin
von Shirin

Und nochmals habe ich Post erhalten, als ich vorhin meine Mails gecheckt habe. Uii, was habe ich für einen schönen Tag, voller Freunde und Freude! Meine liebste Nele hat mir geschrieben:

y Birthday to you, happy Birthday liebe Ice, happy Birthday to you 🎂  🌻🌷 ❤🌹❤

Meine liebe Freundin, ich wünsche dir alles, alles Liebe, Gute, Glück, Gesundheit und jederzeit ein voller leckerer Freßnapf, mit  vielen Leckerlis auf den ganzen Tag verteilt.
Nun, 12 Jahre, da hast du schon eine Menge Erfahrung in diesen Jahren gesammelt und bist ein weises, gelassenes Huskymädel geworden. Hübsch wie eh und jeh, einfach ein Traumhund.
Ich wünsche dir, daß du noch einige Jahre glücklich und zufrieden in deinem Rudel leben darfst, wir noch lange beste Freundinnen sein können, denn so ein cooles Mädchen wie dich gibt es so schnell nicht wieder auf der Welt.
Herzlichste Geburtstagsgrüße auch von Ajak, Frauchen, Herrchen und dem kleinen Weisen.
In Liebe deine Nele

 

 

Rainey
Rainey

17.3.2019

Wieder haben wir Besuch erhalten, und erst noch ganz lustigen. Von unserem alten Revier, dort, wo der Hauptpfad durchging, hatte es vis à vis ja auch eine Zeit lang ein Rudel von unsereins. Zu dem Rudel gehörte damals auch dem Rudel-Frauchen sein Welpe, die Kira.

Und die kam uns besuchen. Aber wie sind doch die Jahre vergangen, nicht nur wir sind älter geworden, habe ich feststellen müssen. Denen im alten Revier erging es nicht anders. Das Kira-Welpchen ist zu einer jungen, hübschen Hündin, - ähm sorry, jetzt muss ich mein Denken umstellen, also, ist zu einer jungen, hübschen Frau geworden.

In ihrer Hundeschule musste sie nun einen Bericht schreiben, mit allem Pi-Pa-Po. Und weil sie so ein Husky-Freak ist wie wir auch, wauh, schrieb sie also über die Husky`s, der tee-retische Teil, oder wie das heisst. Aber der praktische Teil fehlte ihr, und Praxis ist ja schliesslich das was zählt, (ich meine, was nützen dir acht Seiten Geschreibsel, wenn du nie bei uns warst!) Aber weil halt ihre Pelz-Freunde alle schon über die Regenbogenbrücke gegangen sind, kam sie auf die Idee, unserem Frauchen anzurufen, ob sie wohl bei uns vorbeikommen dürfte.

Woahhh, natürlich durfte sie. So kamen wir zu einem interessanten Nachmittag, mit guten Gesprächen, einem Spazi, wir zeigten ihr unsere Gehege und, wir bekamen viele Streicheleinheiten und Frauchen extragrosse Blaubeer-Gudins. Und zuletzt servierte sie uns noch, ganz nach Frauchens Manier, unseren guten, alten Fleischtopf. Oh was haben wir gewault und geheult, von früher. So viele alte Erinnerungen kamen hoch, - ah Kira und weisst du noch... - aber kaum recht begonnen, war der Nachmittag leider schon wieder vorbei.

Und jetzt muss sie also diesen Bericht über uns schreiben, und ich hoffe doch, dass wir uns gut genug benommen haben dafür - na, und sonst müsste sie halt noch einmal kommen, wäre ja an sich sogar schön.

Übrigens: Von den Hasen, die damals bei ihnen ihre Höhlen hatten und deren unbeschreiblicher Duft uns immer in die Nase stieg, sind auch zwei über die Regenbogenbrücke, erzählte Kira noch. Ach ja, und dass sie alle, ihr ganzes grosses Rudel mitsamt dem Leitrüden und seinen Jährlingen auch in ein anderes Revier gezogen seien, wo sie mehr Platz zur Verfügung hätten. Das finde ich schlau, denn das Revier muss ja einfach der Rudelgrösse entsprechen, sonst geht das auf die Dauer nicht.

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Danke Kira, für den ganz schönen Nachmittag. Komm doch wieder einmal vorbei, auch wenn du nicht einen Bericht über uns schreiben musst. Wir würden uns freuen!

 

 

 

21.3.2019

Wenn das kein Frühlingsanfang ist!

 

Frühling

F  wie   Freunde, faulenzen, Freude, feiern

R  wie   ruhen, reich, rennen, rühmen

Ü  wie   überall, Übereinstimmung

H  wie   Hände, helfen, Husky, himmlisch

L   wie   Lina, lachen, Liebe, Leben

I   wie   idyllisch, innig, Ice

N  wie   Natali, Nähe, nehmen

G  wie   gemeinsam, geben, Gefühle

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Merkur
Merkur

6.4.2019

Obschon es Frühling geworden ist, habe ich euch noch eine Wintergeschichte zu erzählen. Und zwar über mein Herrchen, mein verrücktes Herrchen.

Er wollte sich noch einen Lebenstraum erfüllen: Mit einem Gespann von unsereins in Kanada den Spuren des legendären Yukon-Quest`s zu folgen. Und als er zurückkam, hat er mir eine halbe Nacht lang erzählt, Bilder gezeigt, geschwärmt, und beiden stiegen uns immer wieder Erinnerungen auf, bei mir von meinen Urahnen und längst vergangenen Reisen, bei Herrchen von dieser Expedition.

Auf den Spuren des Yukon-Quest
Auf den Spuren des Yukon-Quest

Aber im Muktuk-Kennel angekommen wurde es dann interessant. Eine Testfahrt hätten sie machen müssen, mit fünf Kumpels vorgespannt, wo der Guide sehen wollte, was die Herrchen überhaupt so drauf hatten. Nicht auf dem Schlitten, (das kam später), sondern an Erfahrung, Können und Konstituion. Ha, da kann ich stolz sein auf mein Herrchen, er war der Beste, (ist es immer noch), schliesslich habe ich ihm das alles ja beigebracht.

Mit zwei Menschenkumpels flog er nach Whitehorse. (Fragt mich nicht, warum das Whitehorse heisst und nicht Whitewolf, es ist einfach so). Mein Herrchen ist noch nie geflogen, aber er hatte keine Angst, und ein bisschen langweilig sei ihm auch gewesen.

 

Nicht umsonst sind wir zusammen 12 Jahre Rennen gefahren!

In dem Kennel habe es auch Renn-Veteranen gehabt, wie ich jetzt einer bin. Und, das hat mein Herrchen sehr gefreut, auch die durften es in der warmen Stube geniessen, wie ich heute. Auch sie wurden von allen Menschen sehr geachtet und oft auch verwöhnt mit Leckerli und Schmusen. Ah, da bin ich glücklich, dann sind dort meine alten, ausgedienten, wackeren Kumpels, geehrt und geachtet. 


Sieben Tage sollte der eine Teil der Reise dauern, sieben Tage unterwegs und sechs Nächte draussen. Dann gabs zwei Tage Pause und noch mal einen Trip von drei Tagen.  -

Minus 32°, das sei die kälteste Nacht gewesen, sagt er, und seine Augen verklären sich... - das war wirklich kalt für uns! Aber nichts desto trotz sei er immer draussen geschlafen, neben seinem Team, das sei so am schönsten gewesen. - Kann ich voll verstehen!

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Gehört hätten sie sie, weit weg ein paar Silhouetten erahnen können, am Morgen dann aber die Spuren gesehen - von meinen Vorfahren, erzählte mein Herrchen weiter. Und ich muss gestehen, die Grösse dieser Pfotenspur hat mich doch auch ziemlich beeindruckt.

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Viele kleine und grössere Begebenheiten erzählt mir Herrchen, so etwa von dem Sturz, den er erlebt hat, von der Nacht als die Wölfe kamen, vom Nordlicht, das am sternenübersäten Nachthimmel über ihnen tanzte, vom guten Zweibeiner-Team, von der Kälte, die gegen Morgen langsam in den Schlafsack hineinkroch und sie nicht mehr schlafen liess und von den stundenlangen Fahrten mit dem Schlitten, durch die wunderbare, steinhart gefrorene Landschaft des winterlichen Kanada. -

Und natürlich von "seinem" Team, seinen sechs treuen Kumpel, die ihn unbeirrt, voller Tatendrang, treu und verlässlich zum Ziel gebracht haben. Als er sich bei jedem einzelnen von ihnen verabschiedete, habe es Tränen gegeben, so sehr seien sie ihm in der kurzen Zeit ans Herz gewachsen. "Aber du bist der Beste, mein Merkur und darum komme ich auch immer wieder zu dir", flüstert er mir dann ins Ohr. --- "Wie ich dich dafür liebe, Herrchen!"

Unterdessen ist es nach Mitternacht geworden, es war so spannend und schön mit meinem Herrchen zusammen sein grandioses Erlebnis nachempfinden zu dürfen. -  Wäre ich noch jünger gewesen, ich wäre mit, ehrlich! - Aber so lege ich mich jetzt schlafen, (und weil mein Herrchen da ist, bleibe ich auch drinnen) und träume mich in den Schlaf. Und im Schlaf werde ich dann als Leader vor  meinen Gespann für Herrchen laufen...

 

 

 

Merkur
Merkur

13.4.2019

Ein Samstag, ein richtiger "Tag der Arbeit", nicht einer der nur im Kalender steht und dann erst recht alle frei machen! (Verstehe einer die Menschen wieder). Wir haben im Gehege weitergebaut, dh. eigentlich machte ich heute einen auf "Liegenschaft". Ich war also in einer Hütte im Stroh am Liegen, während die andern so richtig Gas gaben beim Schaffen. Ich dachte mir, als Oldie bräuchte ich mich ja beim Arbeiten nicht mehr so in die Seile zu werfen und gab mich in der Hütte meinen Träumen hin... Doch plötzlich fing die Hütte an, sich zu drehen. Ich drehte mich vorerst mal ganz langsam mit, dabei hörte ich Frauchen`s Stimme sagen, dass ich doch rauskommen solle.

Ich hatte jedoch nicht im geringsten Geiss dar - ähm Bock darauf und kuschelte mich erst recht in die Strohkugel ein, die  in der Hütte durch`s Drehen entstanden war. Wauh aber, hey Frauchen, was soll das? Bin ich da etwa in einer Hundewaschmaschine gelandet? Okay ja, du hast den Schongang eingelegt, aber trotzdem - ich wage einen Blick hinaus und bin erstaunt, dass sich die Welt nicht Kopf steht. Aber wie komme ich nun hier raus? Auch wenn ich jetzt eigentlich möchte, aber schau nur Frauchen - ich glaube du musst mit der Waschkiste noch eine Umdrehung machen...


Also was ich mit 14,5 Jahren mit meinem Frauchen noch alles erlebe, ist ja nicht zu fassen ---

Aber alsobald kam die nächste heisse Szene, wauhowau. Als ich in die nächste Hütte rein wollte um meine Oldie-Träume weiter zu spinnen, sass da schon einer drin. Jetzt war guter Rat teuer, was war nur heute mit diesen Kisten los!? Ich setzte aber doch gaaanz behutsam und langsam die erste Pfote in die Hütte und  als von drinnen kein Gegifte losging, sogleich die Zweite. Noch blieb alles ruhig, obschon eigentlich mein Kumpel Eagle, der nämlich schon in der Hütte sass, diese meist lautstark verteidigt, wenn er nur schon eine Ohrenspitze von mir sieht. Also schlängelte ich mich aalglatt ganz in die Kiste rein, obschon das sehr eng wurde. Angeschaut habe ich den Kumpel dabei allerdings nicht, das wäre mir nun doch etwas frech vorgekommen. Langsam, ganz allmählich, so dass es Eagle nicht merkte, liess ich mich ganz nieder. Aber mein Kumpel dachte wohl, was der kann, kann ich auch, und ich war zuerst da. Er legte sich ohne lange zu fackeln auch ins Stroh. Eine so gute Auslastung einer Kiste hatte Frauchen wohl schon lange nicht mehr zu verzeichnen. Wir liessen es uns jedenfalls wohl sein und dachten nicht daran, auszusteigen.

Aber Frauchen machte sich Sorgen, ich spürte es und ich weiss auch warum. Schliesslich hatten Eagle und ich vor Jahren mal das Stroh nicht in derselben Hütte (oder wie die Menschen sagen) und beide hatten wir nachher Fell und Fleisch des Kumpels in der Schnauze, ja ehrlich. Aber wie gesagt, das war vor Jahren, und heute sind wir etwas älter und gesetzter geworden, so dass wir ganz gut mit einander in derselben Hütte liegen können, vorausgesetzt man lässt uns freie Pfot.

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Draussen ging unterdessen das Bauen weiter, während wir in unserer WG vor uns hin träumten.

Dann plötzlich hörte ich Frauchens Rufen und stand nun doch auf, weil meine Nase mir sagte, dass es bald was zu futtern gäbe. So schnell als möglich machten wir zwei uns auf die Bootie`s und folgten den andern ins Haus rein.

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Nach dem Fressen gingen wir mit Frauchen dann noch einmal ins grosse Gehege und machten die schon legendär gewordene Flur-Begehung nach getaner Arbeit. Blizzard testete sogleich das Dach der Hütten, ob diese nicht zu weit auseinander ständen. Ich begutachtete noch den Zugang zur neu gesetzten Hütte; es scheint mir, dass da dann mal noch ein Fachmann drüber muss, bevor meine wilden Kumpels schon wieder ringsum den Boden aufreissen.

Aber für heute lassen wir`s gut sein, man soll mit den Liegenschaften nicht übertreiben, habe ich kürzlich im "Bund für den Hund" gelesen.

 

 

 

Amarok
Amarok

26.4.2019

Und dann wurde aus diesem Tag der Arbeit doch glattwegs eine Woche. Frauchen  und wir lebten beinahe draussen, kann man sagen.

Aber eines sind wir den Menschen eindeutig voraus, sie kennen nämlich nur das normale Wort "workshop", wenn sich mehrere treffen um etwas zu basteln. Wir haben aber in unserem huskyschen Repetoire nämlich vor allem das Wort "workstopp". Und genau das haben wir diese Woche in vernünftigem Mass gemixt: Workshop mit Workstopp.

 

Weil unser Oldie körperlich nicht mehr viel mithelfen konnte, machte Frauchen mit ihm zwischendurch einen kurzen Waldspazi. Dabei konnte Merkur wie beiläufig auch gleich die Grenzen neu erschnüffeln und vor allem markieren. - Grandios, diese Frühlingsarbeit ist somit auch erledigt und kann abgehakt werden. Ha, Kumpel Merkur ist zwar alt, aber das funktioniert noch einwandfrei.

 

Rainey nahm sich in ihrem  Workstopp einen (fast) leeren Futtersack zur Brust - ähm, wohl eher zur Schnauze. Frauchen habe es ihr durchgehen lassen, erzählte sie mir, sie habe sogar gesagt: Such, such! Das habe sie sich nicht zwei mal sagen lassen, das könne sie ja gut, und sie habe wirklich noch ein paar Leckerli gefunden. Sie war ganz seelig. Gut so, das ist ja schliesslich der Sinn eines Workstopp`s.

Dann hatte Yukon noch einen Termin beim Doc, der wollte Blut von ihm. (Als wenn der nicht selbst genug hätte, tststs.) Auch Frauchen hatte einen externen Termin, in so einem Haus, wo viele alte Menschen sind. Dort müsse sie einen Vortrag - nein einen Vertrag unterschreiben?? Bahnhof... Jedenfalls hatten die Beiden zwischen ihren jeweiligen Workshops etwas freie Zeit, bauten sogleich einen Workstopp ein und gingen sich auf einem Waldspazi erholen. Und sie hätten eine wunderschöne Hütte gefunden, erzählte Yukon, so eine richtige Trapperhütte, wie die in Kanada. Dort hätten sie Pause gemacht, den Vögel gelauscht, einen Snack gefressen und herrliches Quellwasser getrunken. Wenn das kein Workstopp ist ---

 

Unterdessen bauten wir andern an der Pergola weiter, die in unserem Gehege entstehen soll. Es fehlten uns nun aber die sechs Pfoten der zwei Abwesenden und darum hatten wir ziemliche Denksportaufgaben zu lösen. Aber wir sind ja ein gutes Team und so gelang es uns.

Jedem teilte ich die Arbeit zu, die er gut kann, den Blizzi schickte ich auf ein nahestehendes Hüttendach, damit er fortwährend überprüfen konnte, ob auch wirklich alles im Blei verbaut werde. Und -- so war es!

 

 

 

Als die andern später heimkamen, trug Frauchen ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht, Yukon eine knallgelbe Binde am Bein, und wir andern diverse Spuren der Arbeit. Ich machte dann noch einen kurzen Rundgang über den Bauplatz, schnüffelte hier oder da noch etwas zu Ende, scharrte ein paar zu grosse Steine aus dem Kies, und markierte die Ecksteine gut, damit keiner drüber stolpert.

 

Zur Feier der Woche stellte Frauchen uns dann eine himmelblaue Wanne in den Garten und füllte sie mit Wasser. Unsre kleine Rainey-Maus, die Schlaue, merkte alsobald, dass man sich darin die, von der harten Arbeit müden, wunden Pfoten kühlen konnte.

Ich hätte, meiner Funktion als Planer und Überwacher, ja dann eigentlich mein rauchendes Gehirn kühlen können. Aber dazu hätte ich den Kopf in diese Wanne, sprich ins Wasser stecken müssen, und das ging mir dann doch total gegen die Leine.

Ich persönlich übernahm die Kontrollfunktion, wie so oft. Überwachen, kontrollieren, allen ständig hinterher mit dem Blick für`s Ganze, wie auch für`s Kleine. Nur so weiss man immer über alles Bescheid, wer wann wo womit beschäftigt ist.

 

Anfänglich machten wir noch an diesem ominösen Weiher weiter, Frauchen schaufelte Erde raus wie verrückt, riss zu hunderten meterlange Efeuwurzeln raus, die Yukon alle auf einen hohen Berg aufschichtete, und sich zuletzt oben drauflegte, als käme es jemandem in den Sinn, etwas davon zu klauen. Aber Kumpel Blizzi hat sich da wohl mit seinem Konzept verrechnet, denn wir stiessen nie auf einen Beton-Grund.

 

Darum schickten wir ihn denn auch auf die Strafbank, dass er  sein Konzept noch einmal gründlich überdenkt. Ist ihm wohl aber in der Hitze dieses Frühlingstages nicht gelungen, wir wissen nämlich immer noch nicht weiter. Da muss dann Frauchen über die Bücher.

 

 

 

Zum Workstopp gabs dann lieben Besuch. Ice`s Freundin Shirin kam zu uns und es gab ein paar gemütliche, friedliche Stunden mit kleinem Spazi dem Bach entlang, wo man dem Arbeitsdreck abwaschen konnte und sich etwas abkühlen.

 

 

Später bekam Ice eine umwerfende Massage, ihr seht, wie genüsslich sie dabei am Boden liegt. Und unser Oldie Merkur schaut Shirin spitzbübisch über die Schulter, und als sie nicht reagiert, hat er sie ganz sanft am Ohr gekitzelt und ihr in den Nacken geschnauft. Das Dream-Team beim Workstopp.

 

Eine weitere Idee, die wir vorher lange durchdacht und diskutiert hatten, brachte dann aber mehr Erfolg: Ein Schattendach über der Doppelhütte am Hang. Als jedoch Eagle und ich unsere Idee testen wollten, schien die Sonne kaum - es gab keinen Schatten. Ein Sonnensegel muss es sein, sagte Frauchen. Sonnensegel? Segeln? Brauchte man dazu nicht Wasser? Uihh Frauchen, wenn das nur gut kommt. --- Ach sooo funktioniert das, mir fiel ein Knochen vom Herz. Wenn wir also segeln wollten, brauchten wir dazu nicht ins Wasser! Und Schatten gibt das Ding, das muss man Frauchen lassen, die Idee ist dreieckig, nein halt, spitze! Yukon stieg dann so alle halbe Stunde mal auf das Hüttendach, um den Sonnen-Schatten-Stand zu messen. Derweil legte ich mich zwischen die beiden Hütten auf den kühlen Boden. So hatten wir also das Weggli und die Wurst.


Ein wunderbarer Abend beendete diese arbeits- und ereignisreiche Woche. Wir sind ein Team, zusammen sind wir stark. Für die nächsten vier Jahre haben wir unseren Trail vorbereitet. Es gibt noch viel zu tun, aber die Weichen sind gestellt.

 

 

 

Wetter-Szenerie am 5. Mai und was die Huskypöstler dazu sagen.

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Yukon - Wauh, es hat wieder Schnee gegeben, und das am 5. Mai! Das ist für mich total cool, ist mein Lieblingswetter und da bin ich voll dabei! Und meinem vom Pilz zugepflasterten Nasenloch tut das nur gut. Ich inhaliere den kalten Schnee und das macht die Nase frei, gibt mir Luft zum Toben und Rennen.


Eagle - Am 1. Mai machte ich mit Frauchen noch einen Spazi durch diesen Frühling. Einfach herrlich war es, und für meine schlimme Arthrose ist dieses Wetter doch viel besser, obschon ich den Schnee an sich ja nicht ungern habe. Aber im Mai brauche ich ihn nun wirklich nicht mehr, und darum machte ich meinen Mai-Bummel noch am 1. - Nur schade, dass jetzt wohl all diese schönen Blüten kaputt sind...

Amarok - Was soll ich sagen, das Wetter ist mir einerlei, wenn Frauchen nicht grad auf die dumme Idee kommt, wegen jeder  Schneeflocke den Schlitten hervor zunehmen. Weil ziehen - … na ihr wisst schon. Absolut von Bedeutung ist für mich aber, dass ich, als Bodygarde, mein Frauchen immer im Blick habe. Wo immer sie auch ist, ob mit oder ohne Schnee, bin ich unmittelbar dabei.

 

Blizzard - haach, für mich ist Schnee einfach toll, zu welcher Jahreszeit auch immer. Darin herumzutollen, mich nach Pfot und Schnauze darin zu wälzen und im Gehege den Hang runterzurutschen, das ist natürlich im Mai erst recht ein Highlight für mich! Yeeee...

 

 

Raniey - Schnee ist nicht so mein Ding, schon gar nicht im Mai, ich friere ja sowieso schon immer. Und so ist es mir heute auch gelungen, Frauchen zum Kuscheln in der warmen Stube zu überreden, obschon sie schon die volle Schneemontur angezogen hatte. Woahh, ist das gemütlich, so ganz nach meinem Geschmack...

 

Ice - Was ihr nur immer für Probleme habt mit dem Wetter, was mich betrifft ist es völlig egal. Aber essentiell für mich ist allzeit ein voller Futternapf, noch besser wären mehrere. Aber darauf lässt Frauchen sich leider nicht ein. Deshalb klaue ich zwischendurch auch alles was mir vor die Schnauze kommt, und was nicht kommt, das hole ich mir. Und ob es nun dabei Schnee hat oder nicht, ist mir völlig schnuppe!

Merkur - Schnee? Im Mai?? - Also Rennen gelaufen bin ich in diesem Monat jedenfalls noch nie, da kann also etwas nicht stimmen. Aber vielleicht spielt mir auch mein 14,5 jähriges Gehirn einen Streich. Auf jeden Fall bin ich schon froh, wenn ich meine alten Knöchelchen hin und wieder auf einem Sofa ablegen kann. Augen zu und  Pfote über die Schnauze - so kann ich dann vom Schnee träumen, soviel ich will.

 

 

 

 


Ice
Ice

19.5.2019

Ich habe etwas Eigenartiges erlebt - Kürzlich kam ja meine Freundin Shirin wieder zu mir, aber - ähhm, gleich im Doppelpack. Ich blinzelte ein-/zweimal, schaute wieder hin, sie stand immer noch zu zweit vor mir. Ich verstand die Welt nicht mehr, hatte ich am Ende zu tief in den Knochen geschaut?    ---

Dann bemerkte ich aber den anderen Geruch, der von der einen Shirin ausging und der nicht zu dem Geruch "meiner" Shirin passte... Ich stand da, liess die Ohren hängen, (ich weiss ich weiss, ich habe Stehohren, aber ich kann sie trotzdem hängen lassen - innerlich)… Und gerade als ich dachte, nun sei ich doch wohl ganz von der Rolle, half mir meine Shirin auf die Sprünge. "Hallo liebe Ice, schau, das ist meine Schwester Sania". Ach sooo, jetzt wurde mir alles klar: Wurfgeschwister, das sind zwei Wurfgeschwister die da vor mir stehen. Darum sehen die Beiden so gleich aus. Ja, davon hatte ich schon gehört, dass es das bei den Menschen auch gibt. Bei uns ist das ja so, dass meistens mehrere Welpen in einen Wurf sind, bei den Menschen scheins aber eher selten. --- Moment, Frauchen ruft mich gerade...

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Ach soo ist das, wieder was gelernt - ja das hört nie auf, obschon ich schon so alt und ziemlich weise bin. Frauchen hat mir soeben erklärt, dass das bei den Menschen "Zwillinge" heisst, oder wenn`s drei Welpen gibt eben "Drillinge", kann man sich ja nun wirklich leicht merken, ja. Und dass man bei den Menschen nicht von einem Wurf spreche, von "Werfen", sondern von einer Geburt, von Gebären. - Aach Frauchen, manchmal seit ihr Menschen aber einfach wirklich sehr schwer zu verstehen, jetzt sagst du noch etwas von einem "Bären"? (ob sie mir jetzt wohl noch so einen aufbinden will?). Na auch egal...

Auf jeden Fall liebe Shirin und Sania, will ich mich bei euch entschuldigen, ich wollte nicht despektierlich reden von euch Zwillingen, ich wusste einfach in der Menschensprache nicht die richtigen Worte. Aber jetzt ist alles klar.

Der sehr langen Rede kurzer Sinn ist ja nun aber, dass ich mich bei euch Beiden bedanken wollte für den spannenden Nachmittag, den wir zusammen hatten, im Gehege und auch auf dem Spazi. Und dass ich sagen möchte: Kommt bald wieder, ihr seid ein so lieber und lustiger Zwilling!

 

 

 

23. - 26.5.2019

Guguuuseli, mit wem wir da wohl unterwegs sind?

Wem gehören die zwei hellen, spitzen Öhrchen, das schlanke Hälschen? -

Jeeeh, unsre Freunde aus Deutschland sind gekommen, Nelchen, ihr Kumpel Aiak und ihre beiden Menschen. Wenn das kein Fest ist...

 


Und da Nele mir ja geschrieben hatte, es sei ihr langweilig, sie wolle wieder einmal was Tolles unternehmen, und käme dazu am besten in die Schweiz, musste ich mir natürlich was einfallen lassen. -

Der Einfall kam, und der Wasserfall gleich mit. Ein Fall für Drei, auf alle Fälle...

Allerdings liess ich Yukon mit Frauchen mitgehen, und das aus einem ganz speziellen Grund, den niemand weiss, ausser Frauchen und mir. Und dieser Entscheid hat sich sehr gelohnt, als die Wanderer zurückkamen und Yukon kein Ende fand mit leuchtenden Augen zu erzählen, was er alles erlebt hatte.

Aber abends waren wir dann ganz schön auf der Schnauze, (sagen zum mindesten die Menschen) und waren heilfroh, nach husky-herzenslust in unserem grossen Gehege herumfläzen zu können.

Ein mildes Abendlüftchen um die Nase, den Bauch voller Fleisch, Salat und Früchten, all unsere Lieben rings um uns und die Gedanken bei dem tollen Ausflug - so genossen wir einen herrlichen Vor-Sommerabend.

Anderntags gings ins "magische Tal", das wir ja schon kennen, aber nicht zu dieser Jahreszeit. Aber wie letztes Mal fanden wir auch jetzt wieder unsere wunderschönen Kuh-Freunde vor, mit ihren herrlichen urtümlichen Hörner.

Und Rainey schloss eine neue Freundschaft mit einem spritzigen, jungen Hofhund, der eigentlich seinen Hof bewachen wollte/sollte, aber wohl noch nicht so genau wusste, dass man das nicht unbedingt so macht, indem man mit dem "Eindringling" einige jagende Spielrunden durch den Acker zieht. Aber was soll`s, die beiden hatten Gefallen daran, und wieder wurde eine neue Freundschaft geschlossen. Und das ist etwas vom Wichtigsten auf Erden! (nebst einem jederzeit gut gefüllten Futternapf, sagt Ice, die es ja wissen muss.)

In der milden Abendluft zogen wir dann auch immer mal wieder ein paar Runden rund um unser Heimeli.

Wie schön, zu wissen, dass wir hier zu Hause sind, und uns niemand verjagen kann, weder ein anderes Rudel, noch irgendwelche bösen Menschen.

Dieses Mal liess Blizzi es sich nicht nehmen "seine" Nele zu begleiten, er ist doch so was von verliebt in sie. Meist tun sie zwar so, als gingen sie einander nichts an, aber das ist nur Fassade. Dahinter, dahinter lodert das Feuer der Liebe und Freundschaft. Und mehr als einmal, sieht man die beiden klammheimlich verschwinden. Aber plötzlich tauchen sie dann von irgendwoher wieder auf und lecken sich verschmitzt die Lefzen. Die zwei Turteltauben - Tauben? Nein halt, die zwei Turtelhunde...



Freundschaften pflegen ist so wichtig im Leben. Natürlich gibt es das auch bei unsereins, dass mal die Biologie nicht stimmt. Aber dann zeigen wir das ehrlich von Anfang an und tun nicht so als ob. Und genau das macht leider ein Unterschied zu den Menschen, sie verstellen sich je nachdem wie es für sie gerade von Vorteil ist. Wir aber, wir Hunde sind authentisch. Wir spielen nicht mit der Katze herum, lachen und schmusen mit ihr und denken dabei nur daran, wie wir sie wohl an besten umbringen können. - Uch, jetzt bin ich aber ziemlich abgeschweift, aber macht nichts, auch das muss mal gesagt sein.

Ein paar herrliche Tage verbrachten wir zusammen, harmonisch, wandernd und schlemmernd. (getrocknete und geröstete Entenhälse, Kaffee und Kuchen). Die Sonne schien, aber nicht zu heiss, wir sassen zusammen, heulten gemeinsam, pflegten zwischen-hund-menschlich unsere Beziehung, tauschten Erinnerungen und Neuigkeiten aus - und sagten uns dann auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.

 

Wahre Freundschaft wird nicht wanken,

Wenn sie gleich entfernet ist.

Lebet fort auch in Gedanken,

Und der Treue nicht vergisst.

 

Keine Ader soll mir schlagen,

Wo ich nicht an dich gedacht.

Ich will für dich Sorge tragen,

Bis zur späten Mitternacht.

Juli 2019

 

Du machst uns Freude,

wenn du Freude hast!

 

                J.W. von Goethe